Wie wirken herkömmliche Block- und Abwehrtechniken?

Wie wirken herkömmliche Block- und Abwehrtechniken?

In verschiedenen Budostilen wie z. B. Karate, Taekwondo etc. werden vier wesentliche Hauptabwehren benutzt, um einen Angriff abzuwehren:

Block von unten nach oben

Block von außen nach innen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Block von oben nach unten

Block von innen nach außen

 

 

 

 

 

 

 

 

Die zuvor genannten Abwehrtechniken erscheinen in den verschiedenen Stilen natürlich auch in stileigener Form. Es geht aber bei den vier Abwehrtechniken hauptsächlich darum, die Richtung des gegnerischen Angriffes durch jeweiliges Wegschlagen zu verändern. Die Wahrscheinlichkeit, dass solche Abwehrmethoden in der realen Auseinandersetzung erfolgreich sind, wird als höchst gering eingeschätzt. Dies ergibt sich aus folgenden Schwachpunkten der vier Abwehrmethoden:

  1. Das optische Erkennen des Angriffes und der Angriffsart ist zeitaufwendig und durch Täuschungsmanöver fintenanfällig.
  2. Die Abwehrschlagbewegungen erfolgen auf mittlerer bzw. sehr kurzer Distanz. Somit sind sie nicht schnell genug und es bestehen daher nur geringe Abwehrchancen.
  3. Es bedarf erheblicher Körperkraft, um einen kräftigen Angriff abzuwehren. Nur durch Fortsetzen der Bewegungsrichtung (Kraftrichtung) in Form der Abwehr, kann ein geringerer Kraftaufwand erfolgen.
  4. Die Abwehrmethoden sind wirkungslos gegen Schwinger, Haken und Uppercuts (Aufwärtshaken).
  5. Die Abwehrbewegungen erfolgen meist zu spät bzw. zu früh und selten zum richtigen Zeitpunkt.
  6. Die Abwehrtechniken sind wirkungslos gegen iterierte (wiederholte) Angriffe. Es besteht die Gefahr fit gefährliche Folgetechniken.
  7. Durch die Abwehrmethoden macht sich der Verteidiger offen für weitere Angriffe.

Darüber hinaus beruhen die vier o. g. Budoabwehrtechniken auf das optische Erkennen von Angriffsart, Angriffsgeschwindigkeit und dem Angriffsziel.

Auch hier liegt ein Schwachpunkt der herkömmlichen Methoden vor. Denn das Auge reagiert aufgrund seiner biologischen Gegebenheit auf schnelle Bewegungen meist zu langsam und auf Tempowechsel zu spät oder zu zeitig. Somit lässt dies Raum für Täuschungsmanöver. Die herkömmlichen Blockmethoden sind daher meist wirkungslos. Nur wenn der Angreifer aus großer Distanz und mit Ausfallschritt zum Verteidiger in erkennbarer Absicht angreift, besteht auch die Zeit für herkömmliche Abwehrmethoden.

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