Wie funktionieren herkömmliche Abwehrmethoden?

Wie funktionieren herkömmliche Abwehrmethoden?

In der Nahdistanz gibt es für herkömmliche Abwehrmethoden keine bzw. nur schlechte Erfolgsaussichten gegen einen ansatzlosen Angriff ohne Schritt oder Körpergewichtsverlagerung. Wenn der Angreifer jedoch wie im letzten Blogbeitrag beschrieben ausholt, sein Gewicht verlagert oder einen Schritt machen muss, hat der Anwender einer herkömmlichen Methode im Einzelfall gewisse, aber sehr eingeschränkte Abwehrchancen gegen geradlinige Angriffe. Diese können aufgrund folgender Möglichkeiten erfolgreich sein:

  • Aus Erfahrung oder instinktives Hinwegsetzen über die eigene Methode, weil diese nicht funktioniert.
  • Nicht an den Satz „Erst blocken, dann Gegenangriff“ halten.
  • Durch viel Kampfgeist und Adrenalin die Treffer des anderen unbeeindruckt wegsteckt.
  • Wenn der Gegner zwar das bessere Kampfsystem hat, ihm aber nicht vertraut.
  • Wenn er seine lückenhafte Methode fanatischer trainiert hat als der andere sein überlegenes System.
  • Schaffung eines Zeitgewinns durch Anteperzeption, indem man mit der Abwehrbewegung beginnt, bevor der Angriff begonnen hat. In diesem Fall wird die Reaktion nicht durch den Angriff selbst ausgelöst, sondern durch minimales Ausholen, Gewichtsverlagern, Zucken, Muskelanspannungen— lockerungen, Blickrichtung, Wegdrehen der Hüfte und dergleichen.

Die Anteperzeption bürgt auch große Gefahren, man ist anfälliger für Finten und Täuschungsmanöver. (Kernspecht 2009, Seite 22ff)

Es stellt sich jetzt die Frage, wie eine funktionale und systematische Abwehr möglich sein kann. Das Nug Mui Kampfsystem verfügt gegenüber anderen Selbstverteidigungssystemen nicht über Tausende von Techniken. Im Ernstfall führen diese nur zu Verwirrung, denn es muss sich in Bruchteilen von Sekunden für eine Lösung entschieden werden. Denn jede Entscheidung kostet wertvolle Zeit. Je weniger Entscheidungen von Nöten sind, desto schneller kann reagiert werden.

Aus dem Vorangegangenen lässt sich daher schlussfolgern, dass diejenige Methode, die dem Verteidiger in kürzester Zeit einen optimalen Schutz gegen herkömmliche Angriffe bietet, als effektivste Methode bezeichnet werden kann.

Um diese Voraussetzungen zu erfüllen, sollten folgende zeitliche Aspekte mit beachtet werden, die in der Selbstverteidigung eine große Bedeutung darstellen:

  1. Die zeitliche Komponente, die man braucht, um die Methode hinreichend zu erlernen.
  2. Die Reaktionszeit, die durch die mehr oder weniger vorgegebene Struktur des Systems vorgegeben wird.
  3. Die Ökonomie der Bewegung (Bewegungszeit). Weißt die Methode lange oder kurze Wege auf?
  4. Die persönliche und individuelle Schnelligkeit, welche nur begrenzt trainierbar ist.
  5. Die Zeit der Anpassung an eine sich veränderte Situation.

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