So lautet das neue Motto des Monats im Dezember

So lautet das neue Motto des Monats im Dezember

Viele Menschen starren unentwegt auf die Probleme, die auf sie zukommen, wie ein Autofahrer, der auf den entgegenkommenden Baum starrt. Dabei analysiert man häufig nur das Problem in allen seinen Details. So wächst es zur übermächtigen Angelegenheit an. Es wäre besser, auf die Straße, das Ziel zu schauen, um dem Baum auszuweichen.

Immer nur die Hindernisse auszuforschen anstatt selbst zu handeln beraubt uns unserer Fähigkeiten, beim Kampf und im Leben. Wir müssen uns klar werden, dass es bei der Selbstverteidigung letztendlich nur um uns selbst geht.  Jeder ist für sich selbst verantwortlich. DU auch!

Es ist doch wichtig, selbst sein Leben zu gestalten und so aktiv auf die Welt Einfluss zu nehmen. Das eigene Handeln, das Denken und die Einstellung sind das Entscheidende. Du wirst angegriffen: Es ist besser, selbst etwas zu unternehmen als bloß darauf zu warten, das die Rettung eintritt. Menschen sind nicht einfach einem zwangsläufigen Schicksal als Opfer ausgeliefert, das auf jeden Fall eintritt, gleichgültig was sie tun. In der Wissenschaft nennt man diese Schicksalsgläubigkeit Fatalismus. Wir alle verfallen nämlich schnell in den Fatalismus. Denn es ist zu bequem, sich für nicht verantwortlich zu sehen und die Schuld an allem vollständig anderen und den Verhältnissen zuzuschieben.

Gleichzeitig bewundern wir selbstbewusste, aktive Menschen und relativieren nur zu gern: Der hat Glück gehabt, der hat so einen guten Job bekommen… Doch Erfolg, Selbstbewusstsein und vermeintliches Glück sind als aller erstes zu 99 % das Ergebnis aus harter Arbeit und unablässigem Training.

Du bist das Ergebnis von Fleiß, von strenger Disziplin, viel Energie, Ausdauer, Einsatz und Entschlossenheit. Ich sage Dir ein Geheimnis: Die „Problemlöser“ erkennt man sofort daran, dass sie niemals aufgeben. Sie hatten auch Rückschläge und Hindernisse. Sie gehen mit Niederlagen anders um. Sie sehen Probleme als Lehre und ziehen ihre Einsichten daraus. Aber sie verlassen niemals ihre Ziele.

Jeder könnte es schaffen, selbstbewusst und aktiv zum Problemlöser zu werden. Zu erst ist mal Schluss zu machen, mit den Ausreden. Man muss sich dann klare Ziele setzen und diese systematisch verfolgen: Es gibt keine Schuldzuweisung, jetzt wird trainiert. Manche Menschen müssen härter dafür kämpfen und länger dafür arbeiten, aber schaffen könnten sie es. Man muss auch den Willen haben, einen eisernen Willen, der durch nichts sich aufhalten lässt. Jeder Gedanke sollte auf das Ziel gerichtet sein. Kritik, Niederlagen und Probleme sind keine Hindernisse! Sie sind nur etwas, was einem dazu dient, seine Wege zum Ziel kritisch zu hinterfragen und wenn nötig andere, bessere Wege zu gehen. Denn hier ist erst einmal der Weg das Ziel.

Also kommen wir zu deinem Ziel. Wohin willst Du gehen?

Das ist eine der spannendsten Fragen in der Selbstverteidigung, die ich kenne. Oder anders gefragt:

  • Welche Techniken sind am wirksamsten?
  • Welche Eigenschaften kennzeichnen Sieger?
  • Was will ich erreichen, tun, lernen, können und sein?
  • Wer soll die erste Geige spielen?
  • Was will ich vom Leben?

Sich selbst diese Fragen zu stellen, halte ich auch für den Zweikampf für enorm wichtig und ich sage Dir auch warum:

Deine Ziele steuern den Einsatz deiner Kräfte, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie richten deine Vorstellungen und dein Wissen auf das angestrebte Ergebnis hin aus. Sie verbessern deine:

  • Bewegungsvorstellungen,
  • Stressresistenz,
  • Selbstvertrauen.

Zunächst sollte man sich darüber Gedanken machen, warum man die vielseitigen Nug Mui Bewegungen mühsam lernen sollte. Wer Nug Mui angefangen hat zu verstehen, weiß direkt aus eigener Erfahrung, was für eine Prozedur das Lernen ist und wie viel Schweiß man als Gegenleistung zu investieren hat, bis man die Technik in die Praxis umsetzen will. Haben wir jemals gesehen, wie viel Schweiß ein Marathonläufer auf der Strecke hinterlässt, um das Ziel zu erreichen? Nein, wir sehen nur seinen Zieleinlauf.

Es ist beim Nug Mui nicht anders. Das Training ist kein Hokuspokus. Es ist eine disziplinierte ehrenvolle Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Leistung.

Die Zielscheibe ist aufgestellt! – Die Bogen sind gespannt, und die Pfeile stecken im Köcher. Es gibt viele gute Gründe herauszufinden, was man wirklich will. Es lohnt sich, sich darüber Gedanken zu machen. Und vielleicht ist ja heute auch der richtige Tag, für sich zu fragen: „Was will ich erreichen?“, „Was will ich vom Leben?” und “Wohin geht meine Faust?”

Viele unserer Nug Mui (五梅) Prinzipien haben einen tiefen philosophischen Hintergrund. Das dritte Positionsprinzip „Finde dein Ziel“ soll uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Es findet auch ganz praktischen Niederschlag in unserer Technik und Einstellung. So mahnt das Kuen Kuit mit 追影不追手; 重心不重眼 Verfolge nicht die Arme, sondern den Körper, nicht wie wild den Händen des Gegners hinterherzujagen, sondern konsequent als erste Aktion zum Ziel hin anzugreifen.

Zur Übung sollten die Arme an der so genannten „Leine“ geführt werden. Die Leine wird an beiden Armgelenken befestigt und um den Nacken des Partners gelegt. Beginnend, wenn der Partner Ausweichbewegungen ausführt oder beide Beine auf gleicher Höhe hat, wird die Schlaghand eingesetzt. Diese sollte immer auf die Mitte 中, zur Mittelachse 直線 (Sick Sin), zielen, auch wenn der Kopf bei schnellen Bewegungen nach links und rechts nur schwer zu treffen ist.

Der Ausgangspunkt jeder Aktion ist der offensive Hintergedanke, der automatisch zum Fußtritt, zum Ellebogen oder zum Fauststoß führt. So wird nicht von vorneherein an eine Abwehr gedacht, sondern an den Angriff, den Fauststoß oder den Fußtritt. Erst, wenn uns der Gegner unsere Angriffslinie (gung gek sin wai) blockiert, entsteht automatisch (reflexartig) die Abwehr.